Projekt "Karlsplatz ohne Angst!"


Der Karlsplatz ist ein zentraler Umsteigepunkt für viele Schülerinnen und Schüler aus dem Mannheimer Süden. Hier treffen Straßenbahn- und Buslinien zusammen, hier begegnen sich Jugendliche verschiedener Schulen nach Unterrichtsschluss, hier beginnt für viele der Heimweg.
Mit der umfassenden Sanierung des oberirdischen Haltestellenbereichs, die im November 2025 abgeschlossen wurde, hat sich die Situation vor Ort deutlich verbessert. Erstmals ist es nun gut möglich, die umlaufenden Straßen sicher oberirdisch zu queren. Zuvor führte der offizielle Weg durch die Unterführung – ein Ort, den viele junge Menschen, insbesondere Mädchen, als Angstraum empfanden. Aus Sorge mieden sie den Tunnel und überquerten stattdessen die vielbefahrenen Straßen auf eigene Faust, was immer wieder zu gefährlichen Situationen führte.
Gleichzeitig ist die Unterführung mehr als nur ein Durchgangsort. Sie war und ist Treffpunkt für Jugendliche, aber auch Schauplatz von Konflikten und problematischen Situationen. In Gesprächen berichten Schülerinnen und Schüler von Unsicherheitsgefühlen, von beobachteten Auseinandersetzungen und von Drogenkonsum. Andere wiederum sagen: „Ich habe hier keine Angst, ich kenne doch alle.“ Diese unterschiedlichen Perspektiven zeigen, wie ambivalent dieser Ort wahrgenommen wird.
Umso wichtiger ist es, präsent zu sein und zuzuhören. Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter aus dem Mannheimer Süden – von der Konrad-Duden-Schule Mannheim, der Pfingstbergschule Mannheim, der Astrid-Lindgren-Schule Mannheim, der Rheinauschule SBBZ Mannheim – gemeinsam mit dem Quartiermanagement und Mitarbeitenden aus dem Jugendhaus suchen deshalb gezielt das Gespräch mit den Jugendlichen am Karlsplatz. Bei einem Stück Pizza kamen wir schonmal gut ins Gespräch.
Ziel ist es, ihre Sichtweisen ernst zu nehmen, Bedarfe sichtbar zu machen und den Karlsplatz als sicheren und positiven Aufenthaltsort zu stärken. Ein Ort, an dem junge und alte Menschen ohne Angst unterwegs sein können.
Gemeinsam mit den Jugendlichen wollen wir im Laufe der nächsten Monate weiter überlegen, was hier getan werden könnte…